Überlegungen zu einer Ästhetik von Krieg und Frieden.
Josef P. Mautner
„Als menschliches Wesen glaube ich, dass wir jede Krise oder Notlage, die andere Menschen erleben, so betrachten sollten, als wäre es unsere eigene.“
Ai Weiwei[1]
Ästhetik hat sich mit einer grundlegenden narzisstischen Kränkung der Menschen auseinanderzusetzen: mit der Tatsache, dass die sog. „Wirklichkeit“ unseren Sinnen nicht unmittelbar zugänglich ist, sondern es der Krücke einer fortlaufenden Reflexion bedarf, um sich ihr in kleinen, unsicher tastenden Schritten anzunähern.
Ästhetische Wahrnehmung von Krieg und Frieden
Die ethnischen Konflikte in seinem Land hatten schon lange geschwelt, dann explodierten sie in einem der vielen Bürgerkriege Zentralafrikas. Jene paramilitärische Einheit, die seine Eltern ermordet hatte, rekrutierte den vierzehn Jahre alten Clément als Kindersoldat. Zwei Jahre später desertierte er – trotz des Risikos, wieder gefangen genommen und wegen seiner Desertion ermordet zu werden. In diesen beiden Jahren hatte Clément eine Unzahl an Kriegsverbrechen gesehen und viele selbst begangen. Beim Erzählen seiner Geschichte meinte er: „Ich hätte keine einzige weitere Vergewaltigung einer Frau mehr ertragen. Ich hätte jemanden von uns erschossen.“ Er wird bis zu seinem Tod die Bilder seiner toten Eltern und die Bilder der Toten aus jenen zwei Jahren in sich tragen.[2]
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Trotz der schlechten Datenlage und des weitgehenden Fehlens von Längsschnittdaten, die längerfristige Trends messbar machen könnten
Soziale und politische Teilhabe in der regionalen Menschenrechtsarbeit.
„Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nichts, da er sein Haupt hin lege.“